die erste Woche

21. Februar 2009

… ist nun um und ich kann sagen, dass ich durch die Medis, insbesondere hier durch’s Atosil, viel ruhiger geworden bin. Es fällt mir so immer leichter, über meine Situation nachzudenken und neue Gedankenwege zu gehen. Der ein oder andere Mitpatient geht mir zwar gehörig auf die Nerven, aber dazu kann ich später noch was schreiben.

Auf jeden Fall gehe ich davon aus, dass ich hier noch eine ganze Weile bleibe. Auf der Station ist ‘ne Menge los und immer  ist irgendwas los. Zwischendurch allerdings hat man schon mal die ein oder andere Stunde, in der man nichts tun kann und wird’s langweilig. Ich vertreibe mir die Langeweile mit Büchern aus der Stationsbibliothek.


Smarties

15. Februar 2009

aktuelle Medikation:

Atosil 25-0-0-50 mg

Zoloft 50-0-0 mg

Zyprexa 0-0-7,5 m


Erster Tag

13. Januar 2009

Der Psychiater, den ich auf Empfehlung konsultierte, brauchte exakt 16 Minuten, um festzustellen, dass ich richtig einen weg bekommen habe. Er riet mir, mich in die Psychiatrie einweisen zu lassen. Die Einweisung gab er mir dann direkt mit.

Also latsch’ ich nach hause und packe meine sieben Sachen ein. Mit Sack und Pack in den Bus rein und ab dafür. Ganz nebenbei schiebe ich ein Kopfkino erster Klasse: Was für Gestalten da wohl rumlaufen und was da so alles abgeht. Im Wartezimmer beim Psycho-Doc haben die auch schon ganz witzige Geschichten auf Lager gehabt … .

Auf jeden Fall komme ich in der Klinik an und renn erst mal in das Verwaltungsgebäude. Dort sagt man mir, dass ich in die Aufnahme soll, die läge nicht in der Verwaltung, sondern in einem Klinikgebäude auf der anderen Seite des Klinikgeländes. Als mal ‘nen satten Fußweg von mindestens 15 Minuten mit Rollkoffer, zwei Taschen und Rucksack per pedes durch die Botanik. Yeah!

In der Aufnahme dann erst mal fleißiges Fragebogenausfüllen, buchstäblich „bis der Arzt kommt“, weil sich der nämlich erst mal Zeit nimmt, die Fragebögen in deiner Anwesenheit durchzulesen und zu kommentieren. Danach erst mal mit dem ganzen Klamotten nach oben auf die Station, in die ich mich habe einweisen lassen. Ich hau mich ins Bett und lass’ die Schlaftablette ihren Job tun … .


Am Abgrund

12. Januar 2009

Seit Monaten schon geht es mir schlecht. Meine Laune ist oft auf bisher ungfühlten Niedrigpunkten, mein Bauch schmerzt und ich kann mich nicht konzentrieren. Noch vor Wochen wog ich mehr als 105 kg, heute nur noch 87 kg. Ich muss mir Hilfe suchen, denk ich mir.

Heute war es dann soweit. Ich liege im Krankenhaus, erhole mich gerade von einer kräftezehrenden Untersuchung. und dann hiess es: „Nun, Herr Q., es tut uns leid, aber wir haben nichts gefunden. Organisch sind sie völlig gesund.“ Mein Hausarzt hatte mich nämlich vor vier Tagen ins Krankenhaus geschickt, weil ich bedrohlich viel abgenommen hatte. Da hing ich also erst mal drei Tage dort drin und bekam Kochsalz- und Ringerlösung. Ansonsten Blut, Harn und Stuhluntersuchungen, zu guter letzt auch dann eine Magen- und Darmspiegelung.

Mein Hausarzt, den ich also nach meiner Entlassung konsultierte, meint nun, ich solle mich doch besser mal von einem Psychiater untersuchen lassen und gab mir eine Überweisung dorthin. Ich werde morgen zu diesem Manschen gehen, heute gehts mir so dreckig, dass ich mir eigendlich nur die Wand neben meinem Bett anschauen möchte. Ich bin gespannt, was nun passiert.


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